Schleusentheater-Gebührenordnung-Voreilender Gehorsam und 2 mal 5 Euro

Jeder Wassersportler, da nehme ich die Charterer aus, kennt das Schleusentheater auf der Kleinseenplatte beginnend von der Schleuse Mirow bis Fürstenberg. Ab dann wird es ruhiger.
Wahrschein zur Unterhaltung der an der Schleuse wartenden ist diese Bühne an der Schleuse Diemitz aufgebaut.
Wir müssen dieses Jahr sagen, daß wir einigermaßen gut durchgekommen sind. Für unser kleines Boot war immer noch Platz in der Kammer. Nach dem Besuch unserer Bekannten in Canow sind wir nach Fürstenberg, wie immer an den Stadtanleger (Schwimmstege). Gegenüber am selben Ufer ist die Stadtmarina.
Wir waren kurz einkaufen und kehrten gegen 17:35 Uhr zum Boot zurück, da kam ein Schlauchboot in Gleitfahrt, drinnen ein blaues T-Shirt, Gesicht mit Ballermann-Sonnenbrille verkleidet.
So jetzt weiter aus dem Gedächtnis:
„Wollen Sie jetzt ablegen?“
„ja“
„Dann machen Sie sich strafbar, da sie die Gebührenordnung umgehen wollen“
„Erst gestern habe ich einem Boot aus Rechlin eine Anzeige verpasst!“
„Wenn Sie das nicht wollen, bekomme ich 5 Euro“
„Die sind dafür, daß Sie die Liegezeit überschritten haben, die kostenlose Liegezeit endet 17:00 Uhr !“
Wir gaben ihm vor Schreck die 5 Euro. Er wollte schnell weg.
Ich forderte von ihm eine Quittung, welche er in diesem Moment verweigerte und mir sagte, daß ich sie im Hafenbüro abholen solle.
Bei seiner Ankunft hatte er sich nicht vorgestellt oder ausgewiesen, so konnte es für uns jeder sein und 5 Euro sind schnell verdient.
Ich rüber ins Hafenbüro. Da bekam ich erstmal einen Vortrag über Verhaltensweisen beim Wassersport, des Lesen von Gebührenordnungen und voreilenden Gehorsam.
Wahrscheinlich bin ich kein exakter Deutscher, denn seine Sicht der Welt kann ich nicht teilen.
Ich forderte mehrere Male auf, mir eine Quittung zu schreiben. Erst nach energischen Worten von mir ist es dann geschehen, ich ging. Also Wassersportler aufgepasst. Am Stadtanleger
in Fürstenberg ist nur von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr kostenfrei, dann kommen die Wegelagerer
mit völlig überzogenem Verhalten. Ich weiß auch nicht, ob ein Hafenmeister eines Yachtclubs
Anzeigen schreiben darf bzw. das Wort „strafbar“ in den Mund nehmen kann. Wir haben ohne es zu wissen, da wir bei Ankunft nicht alle Schilder gelesen haben, 35 Minuten überschritten.
Übrigens, das Schild steht nicht auf dem Steg, sondern am Eingang zum Park im 90°-Winkel zum See. Man kann es vom Wasser aus nicht sehen und auch nicht lesen.
——–
http://www.fbgy.de/team.html
——–
Genug davon…..
Die zweiten 5 Euro haben wir sehr gern gegeben, dem Verein, welcher die Fischerinsel im Großen Lychensee verwaltet. Hier sind wir gern gesehen und helfen auch aus.
Es ist immer ein Vereinsmitglied da und passt auf. Charterboote fahren die Badeleiter am Steg weg, oder voll in den Steg rein, betreten die Insel, welche Heimat seltener Brutvögel ist, hinterlassen ihren Unrat vom Grillen, leere Bierflaschen. Hunde tun ihr Geschäft usw.
Wir können diese Beobachtungen nur bestätigen. Die Schleuseneinfahrt von Charterbooten gestaltet sich als Ping-Ping. Mal rechts mal links, Vollgas vor und Vollgas zurück, die Schraube kavitiert, festmachen in der Schleuse bei Talschleusung, dann hängt ein 15 Tonnen Boot an der Leine, Knall und die Klampe ist weg-gefährlich.
In der Schleusenkammer wird geangelt, die Kinder baden, springen vom Dach des Floßes oder Bootes ins Wasser, das ist nicht nur lebensgefährlich, sondern auch verboten. Aber man schaut weg. Die großen Flöße BUNBO fahren ins Schilf, danach ist es umgebogen.
Aber Ankerlicht im Schilf an! So könnte man die Beobachtungen weiterführen, auch die Paddler
hinterlassen eine Müllspur an Land von Rastplatz zu Rastplatz.
Inzwischen ist der Charterverkehr zu einem regionalen Wirtschaftsfaktor geworden, so schaut man weg.
Wer sein eigenes Boot führen möchte, muß im Besitz eines Sportboot-Führerschein sein, dazu bedarf es einer Ausbildung mit abschließender Prüfung, siehe
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https://de.wikipedia.org/wiki/Sportbootf%C3%BChrerschein_Binnen
——–
Für den sogenannten Charterschein bekommt man eine Einweisung an Bord und dann geht es los, mit einem Floß so breit wie eine Schleusenkammer, einem 15 Tonnen Schiff mit eingebauten starken Dieselmotor usw.
Gefahren wird ohne Rücksicht auf die Natur, die Uferbefestigungen und andere Wasserportler, man hat ja bezahlt und das nicht  zu knapp.
Vereine, welche ehrenamtlich Stege pflegen und Ufer hegen, können davon ein Lied singen, in Moll.
Ab nächsten Jahr sollen Charterboote mit 20m Länge fahren, mit Charterschein ! Mit Sportbootführerschein-Binnen darf man nur Boote unter 15m Länge fahren, also maximal 14,99 m.

 

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2 Gedanken zu “Schleusentheater-Gebührenordnung-Voreilender Gehorsam und 2 mal 5 Euro

  1. Ja, so sind sie die …? Ja was eigendlich. Mecklenburg war mal, ist aber nicht mehr. Uckermärker? Ist er erst, wenn er in Lychen ist. Ballermann eben, aus der brandenburgischen Provinz! Schick doch diesen Beitrag am besten noch an die Stadt Fürstenberg, mit dem Hinweis, wo die Gebührenordung für Wassersportler hingehört. An den Steg nämlich. Evtl. steht das Schild ja aber auch für solche wie mich da vorn: Wenn ich mit dem Faltboot von der Bahn komme. Aber ob ich alles bis hinten durchlesen würde? Steht doch ganz oben: Wenn Sie länger als 3 Stunden …; nö, iss nich, weiter …

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  2. Ich sag´s ja immer wieder: du bist eben ein „Wasserraudi“ 😉
    Hättse mal die Hacken zusammengeknallt wäre alles besser gegangen.
    Ich hab das Verhalten des Wärters vom Schiffshebewerk Niederfinow
    gesehn, das gleiche in grün. Der preußische Amtsschimmel lässt grüßen.
    73 de Reinhard DL5ZA

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